Im Rahmen des Polen-Austausches besuchten vom 17. bis zum 23. Mai 13 Schülerinnen und Schüler der E-Phase gemeinsam mit den Lehrern Herrn Schmitz und Herrn Sauerwald die polnische Schule Liceum XII in Breslau (Wrocław). Nachdem die polnische Gruppe bereits im März am Schwalmgymnasium und bei ihren deutschen Austauschpartnern zu Gast war, folgte nun also der Gegenbesuch. Schülerin Victoria Hartung berichtet von Wiedersehensfreude, polnischem Schulalltag, der Erkundung Breslaus, einem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz, neuen Freundschaften und vielem mehr.
TAG 1: ANFAHRT. Am Sonntagmorgen begann unser Schüleraustausch nach Polen. Um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Breslau (Wrocław). Nach einer etwa achtstündigen Busfahrt erreichten wir schließlich unser Ziel am Świebodzki-Platz. Während der Fahrt sorgten die deutlich günstigeren Benzinpreise in Polen bereits für einige erstaunte Blicke. Nach der Ankunft wurden wir herzlich von unseren Austauschpartnern und deren Gastfamilien empfangen. Die Freude über das Wiedersehen war groß, knapp drei Monate lag der Gegenbesuch in Deutschland schon zurück. Gemeinsam verbrachten wir den Nachmittag und Abend bei einer polnischen Schülerin zu Hause und hatten somit die Gelegenheit, eine kleine Wiedersehensparty zu feiern sowie erste Eindrücke vom Alltag in Polen zu sammeln.
TAG 2: MONTAG. Der erste vollständige Tag unseres Austauschs begann um 7:50 Uhr am Liceum XII, der Schule unserer Austauschpartner in Breslau. Zunächst nahmen wir für zwei Schulstunden am Unterricht teil und erhielten einen Einblick in das polnische Schulsystem. Dabei konnten wir verschiedene Fächer wie Geschichte, Mathematik oder Gesellschaftslehre kennenlernen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zum deutschen Schulalltag entdecken. Nach dem Unterricht frühstückten wir gemeinsam und hatten anschließend die Möglichkeit, das Schulgebäude zu erkunden. Danach begann eine etwa zweistündige Stadtführung durch Breslau. Während des Rundgangs erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt und besichtigten zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter Kirchen und die berühmten Breslauer Zwerge, die überall in der Stadt zu finden sind. Zum Mittagessen aßen wir gemeinsam in einer Pizzeria. Anschließend besuchten wir eines der Universitätsgebäude, von dessen Aussichtsplattform sich ein beeindruckender Blick über die Stadt bot. Besonders die vielen Brücken und die historische Architektur Breslaus hinterließen einen bleibenden Eindruck. Am Nachmittag hatten wir Freizeit und konnten die Stadt eigenständig erkunden. Viele nutzten die Gelegenheit zum Shoppen, Spazierengehen oder um gemeinsam mit ihren Austauschpartnern weitere Teile Breslaus zu entdecken.
TAG 3: DIENSTAG. Der dritte Tag begann für alle um 8:30 Uhr. Nach dem Treffen starteten wir zu einer etwa eineinhalbstündigen Busfahrt nach Wałbrzych (Waldenburg). Dort besichtigten wir das Schloss Fürstenstein, eines der größten und bekanntesten Schlösser Polens. Während der Führung erhielten wir Einblicke in die Geschichte des Schlosses und konnten die wunderschönen Räume sowie die weitläufige Anlage erkunden. Anschließend besuchten wir das nahegelegene Palmenhaus, das mit zahlreichen exotischen Pflanzen beeindruckte. Nach den Besichtigungen stärkten wir uns bei einem gemeinsamen Mittagessen, bevor das Tagesprogramm mit der Besichtigung der beeindruckenden und geschichtsträchtigen evangelischen Friedenskirche in Schweidnitz (Świdnica) fortgesetzt wurde. Gegen 17 Uhr kehrten wir nach Breslau zurück. Der restliche Nachmittag und Abend stand allen zur freien Verfügung. Viele nutzten die Zeit, um gemeinsam mit ihren Austauschpartnern die Stadt weiter zu erkunden, etwas essen zu gehen oder einfach Zeit mit den Gastfamilien zu verbringen.
TAG 4: MITTWOCH. Der Mittwoch begann für uns um 9 Uhr auf einem weiter außerhalb gelegenen Campus der Universität Breslau mit einem von Politikwissenschaftlern ausgerichteten Workshop zum Thema "Referendum": Derartige Volksentscheide sind nämlich anders als in Deutschland Teil der demokratischen Entscheidungsfindung in Polen. Nach einer Einführung in das Thema wurden zwei deutsch-polnische Gruppen gebildet, die ein (kommunales) Referendum vorbereiten mussten zur Frage, ob - aus wirtschaftspolitischen Gründen - eine neue Straße durch ein Naturschutzgebiet gebaut werden solle oder nicht. Zunächst waren dafür Plakate zu erarbeiten, mit Hilfe derer dann die zur Abstimmung stehenden konträren Positionen vorgestellt wurden. Anschließend wurden die Positionen in einer moderierten Plenumsdebatte diskutiert, bevor man letztlich zur Abstimmung schritt. Ergebnis: unentschieden."
Nach dem Workshop besuchten wir die Dominsel (Ostrów Tumski), den ältesten Teil Breslaus. Mit einem Aufzug im Dom erhielt man einen atemberaubenden Ausblick über die ganze Stadt, den vielen Brücken und den schönsten Ecken. Im weiteren Verlauf des Tages wurden die Gruppen für die Fotochallenge eingeteilt und die Aufgaben erklärt. Anschließend hatten wir Freizeit, die viele nutzten, um kreative Fotos für die Challenge aufzunehmen und gleichzeitig weitere Ecken der Stadt zu entdecken.
TAG 5: DONNERSTAG. Bereits um 5:50 Uhr trafen wir uns zur Abfahrt nach Auschwitz. Die Busfahrt dauerte knapp dreieinhalb Stunden. Nach unserer Ankunft besichtigten wir das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Die Führung durch die Gedenkstätte hinterließ sicherlich bei vielen einen emotionalen Eindruck. Für viele war dieser Besuch einer der bewegendsten Momente des gesamten Austauschs. Nach der Besichtigung aßen wir gemeinsam in Oświęcim zu Mittag, bevor wir die Rückfahrt nach Breslau antraten. Am Abend konnten alle ihre Freizeit individuell gestalten. Einige gingen noch in der Innenstadt shoppen, während andere gemeinsam Bingo spielten. Besonders spannend wurde es, als ein deutscher Schüler dabei nur knapp am Sieg vorbei kam.
TAG 6: FREITAG. Langsam näherte sich unser Austausch seinem Ende. Nach ein bis zwei Unterrichtsstunden in der Schule trafen sich alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend fand ein abwechslungsreiches Abschlussprogramm statt. Zunächst spielten wir ein Kahoot-Quiz zum Thema „Wie gut kann ich Polnisch?“, bei dem wir unser neu erworbenes Wissen testen konnten. Danach wurde der gesamte Austausch gemeinsam evaluiert und wir hatten die Möglichkeit, unsere Erfahrungen und Eindrücke zu teilen. Ein weiterer Höhepunkt war die Präsentation der Fotochallenge. Die verschiedenen Gruppen stellten ihre Ergebnisse vor und schließlich wurden die Gewinner bekannt gegeben. Außerdem überraschte uns eine der polnischen Lehrerinnen mit einem liebevoll gestalteten, selbstgemachten Geschenk. Den restlichen Tag nutzten viele von uns zum Packen, Einkaufen oder um ein letztes Mal gemeinsam essen zu gehen. Am Abend fand schließlich die große Abschiedsparty bei einer Schülerin zu Hause statt. In ausgelassener Stimmung wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und auf die erlebnisreiche Woche zurückgeblickt.
TAG 7: DIE HEIMREISE. Am Samstagmorgen begann um 8 Uhr die Rückreise nach Deutschland. Nach einer Woche voller neuer Erfahrungen, spannender Ausflüge und vieler gemeinsamer Erlebnisse hieß es Abschied nehmen. Der Abschied von den Austauschpartnern und Gastfamilien fiel vielen nicht leicht, da in dieser kurzen Zeit enge Freundschaften entstanden waren. Gegen 16 Uhr erreichten wir Treysa.
Obwohl die Reise damit offiziell endete, werden die zahlreichen Erinnerungen, Begegnungen und Erfahrungen noch lange in Erinnerung bleiben. Der Austausch bot nicht nur die Möglichkeit, Polen und seine Kultur kennenzulernen, sondern auch neue Freundschaften zu schließen und über Ländergrenzen hinweg wertvolle Verbindungen aufzubauen. Insgesamt lässt sich nur noch eines sagen: Wir danken herzlich für diese wundervolle Möglichkeit und die Erfahrung des Austausches!


















