Jubiläumsauftakt mit einer Reise ans Meer

Den Auftakt zur Vortragsreihe im Rahmen des 111-jährigen Jubiläums des Schwalmgymnasiums bildete der Umwelt- und Ressourcenökonom Christian Weigand, der 2009 sein Abitur am SG abgelegt hat und sich nun mit seinem Projekt „Blue Awareness“ dem Meeresschutz widmet.

Zu Beginn bat Weigand seine Zuhörerinnen und Zuhörer, die Augen entspannt zu schließen, sich vom Meeresrauschen davontragen zu lassen, sich das glitzernde Wasser mit Fischen darin vorzustellen, sogar mit einem Surfbrett auf einer Welle zu reiten und diese einzigartige blaue Welt zu genießen. „Wo bleiben da die Fakten?“, könnte man fragen. Wissenschaftliche Daten und kausale Zusammenhänge waren anschließend in Weigands Präsentation zwar auch vorhanden, doch es geht ihm um etwas anderes: Emotionen.

„Wir wissen doch, dass Trilliarden von Kunststoffteilchen im Ozean schwimmen, dass unser Müll nicht vollständig recycelt wird und ggf. der Golfstrom durch den Klimawandel zum Erliegen kommen kann. Aber ändern wir dadurch etwas?“, stellt Weigand in Frage. Dann zeigt er das Video einer Schildkröte, der unter Qualen ein Plastikstrohhalm aus der Nase gezogen wird. Tränen in den Augen einiger Zuschauer. Da sind sie, die Emotionen. „Ein einziger Strohhalm kann den Unterschied machen!“, so Weigand. „Wenn wir wütend, traurig oder begeistert von etwas sind, fällt uns das Handeln viel leichter.“ Das Plenum erhält den Auftrag, sich darüber auszutauschen, wie man im eigenen Leben Plastik reduzieren könnte. Vielfältige Ideen werden zusammengetragen: Stofftaschen nutzen, unverpacktes Obst- und Gemüse kaufen, Pflegeprodukte ohne Silikone verwenden, wiederverwendbare Trinkflaschen mit in die Schule nehmen. „Aber wer ist auch bereit, diese Möglichkeiten im Alltag umzusetzen, selbst wenn das etwas unbequem wird?“ Die Zuhörerschaft steht geschlossen auf. Christian Weigand wirkt selbst emotional berührt und erklärt, dass es ca. zwei Monate dauere, bis sich neue Gewohnheiten bilden. Man solle sich auch keine utopischen Ziele vornehmen, kleine Veränderungen seien auf Dauer viel besser umzusetzen. „Einen Marathon schafft man schließlich auch nicht im Sprint, sondern mit einzelnen konstanten Schritten in die richtige Richtung.“

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