Am 10. November 2025 wurden insgesamt acht neue Stolpersteine in Treysa verlegt. Das Kunstprojekt, das Gunter und Katja Demnig seit vielen Jahren betreiben, ist ein individuelles Gedenken an Personen, die den Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Dabei werden Steine mit dem Namen und dem Schicksal der Person an ihrem letzten freiwilligen Wohnort, direkt vor der Haustür in den Gehweg, eingelassen. In ganz Europa liegen schon knapp 125.000 Steine, die das Ehepaar alle persönlich verlegt hat.
Hier in Schwalmstadt sind mittlerweile ca. 80 Steine zu finden. Die ersten 25 Steine wurden vom Geschichts-Leistungskurs des ehemaligen Schulleiters Dr. Bernsmeier und dem ehemaligen Kollegen Bernd Lindenthal im Jahr 2004 initiiert. Nun kamen die Steine der Familie Schwalm und Weinberg in der Wagnergasse und der Familie Levi im Wiegelsweg hinzu.
Die Schülerinnen und Schüler des Vorleistungskurses Geschichte von Frau Meschede berichteten über die Gräueltaten während der Reichspogromnacht in Schwalmstadt, bei der u. a. Schüler der damaligen Stadtschule zum Randalieren und Plündern instrumentalisiert wurden, und stellten die drei Familien vor. Der Oberstufenchor unter Leitung von Frau Dr. Sievers umrahmte die Gedenkveranstaltung musikalisch.
Sowohl von der Familie Levi als auch von der Familie Schwalm gingen Kinder auf das Schwalmgymnasium, damals Höhere Knaben- und Mädchenschule genannt. Besonders betroffen macht uns das Schicksal von Karl Schwalm, der als Achtklässler bei einem Schulausflug 1932 aufgrund seiner jüdischen Herkunft beleidigt, schikaniert, geschlagen und anschließend von der Schule geworfen wurde.
Am Ende der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Trutzhain stattfand, wurde eine Tonbandaufnahme von Karl Schwalm abgespielt, der von Bernd Lindenthal 1998 interviewt und gefragt wurde, ob so etwas wie der Holocaust noch einmal passieren könne und was man gegen ein erneutes Aufkommen des Nationalsozialismus tun könne. Er antwortete:
„Ich hoffe, dass so etwas nie wieder geschehen wird. (…) Das Einzige, was man tun kann, (…) ist, dass die heutige Generation und alle kommenden Generationen ganz energisch durchgreifen, um den Nazismus nie wieder hochkommen zu lassen.“















